Was ist und bewirkt die MTU?
Problem: Manche Seiten des Internet können nicht angezeigt werden und/oder E-Mails mit grossen Anhängen können nicht versandt werden.
Was ist der MTU-Wert? MTU steht für Maximum Transfer Unit. Dies ist die maximale Netzwerk-Paketgrösse die ein Client z.B. Euer PC, mit einem Server oder Router vereinbart.
Standardmässig ist dieser Wert in einem LAN 1500 Byte. Rechner in einem LAN benutzen somit eine Paketgrösse von 1500. Das Problem liegt nun darin, dass im Internet die Paketgrösse auch nicht höher als 1500 Byte sein darf. Mit dem für ADSL notwendigen Uebertragungsprotokoll (PPPoE), steigt dieser Wert aber auf 1508 Byte, da PPPoE 8 Byte zur "Verkapselung" benötigt.
Siehe auch hier:
http://www.heise.de/ct...t.xh...html&words=mtuoder:
http://www.annoyances.org/exec/show/article04-107Wenn man nun auf eine Seite zugreifen will, fordert der Rechner Pakete mit einer Grösse von 1500 Byte an, oder versendet Pakete mit einer Grösse von 1500. Da das Protokoll aber maximal nur 1492Byte transportieren kann, müssen die Pakete fragmentiert werden. Der Router kann jetzt nur 1492 loswerden und macht daraus zwei Pakete, eines mit 1492 und eines mit 8Byte. Jedes der Pakete bekommt jetzt nochmal einen Header und das Handshake (Protokoll) findet zweimal statt. Möchte man z.B. 15.000 Byte versenden, macht der Router 20 Pakete daraus, bei richtig eingestellter MTU wären es aber nur 11 gewesen. So wird locker bei einer Sendung, bei falscher MTU-Einstellung, die doppelte Zeit gebraucht. Man könnte nun meinen, je grösser die MTU, desto schneller ist mein System, das ist nicht richtig, besser die MTU etwas unter dem Möglichen zu lassen um sicher zu gehen, dass auch jedes Paket ohne zerstückelt zu werden, durchgereicht wird. Um bei meinem o.a. Beipiel zu bleiben: hätte man die MTU zu klein auf etwa 1400 eingestellt, wären es auch nur 11 Pakete geworden. Deshalb ist es besser, mit dem MTU-Wert etwas unterhalb des Möglichen zu bleiben als eine zu grosse MTU einzustellen.
Manche Router aus dem Low-Cost-Bereich kommen jetzt damit überhaupt nicht zurecht und hängen sich bisweilen auf oder die angeforderten Seiten werden schlicht nicht angezeigt. Ebenso der Versand von E-Mails mit grossen Anhängen gelingt dadurch nicht. Ganz typisch für eine zu grosse MTU sind bestimmte Seiten deren Server immer Pakete von 1500 versenden, z.B. GMX.de, weisseseiten.ch und Spiegel.de. Manche gesicherte Seiten (z.B.
www.weisseseiten.ch) wehren solche fragmentierten Pakete aus Sicherheitsgründen (DDos, ...) ab und damit verwehrt Ihnen das Sicherheitssystem den Zugang.
Ein weiteres Problem ist wenn die gesicherte Seite keine ICMP-Pakete durchlässt. In diesem Fall wird die Aushandlung des Paketgroessen-Wertes erst gar nicht möglich. Die Lösung des Problems liegt nun darin, dass man den MTU-Wert heruntersetzt und zwar auf jedem Rechner der Zugang zum Internet hat.
Zur Ermittlung des optimalen MTU-Wertes kann man folgendermassen verfahren: In einem DOS-Fenster eingeben:
ping -f -l 1420 t-online.de (der eigene Provider) und dann steigern
ping -f -l 1430 t-online.de
ping -f -l 1440 t-online.de u.s.w. bis die Antwort "Paket müsste fragmentiert werden" kommt. Der letzte Wert ohne diese Antwort plus 28 (werden durch den Ping beansprucht) wäre die optimale MTU.
Einstellen kann man den ermittelten Wert mit dem Programm "DFÜ-Speed" oder "Dr.TCP". Wer es jedoch ganz genau machen möchte, kann den richtigen Wert auch selbst in der Registry eintragen: Dies soll angeblich auch mit Tools wie DFÜ-Speed 2.2 funktionieren.
Allerdings hat DFÜ-Speed bei meinem Windows XP zwar angeblich die werte gesetzt, doch funktioniert hat es nicht! Um es 100% sicher zu machen solltet ihr also den Registrierungs-Editor (regedit.exe) verwenden und dann folgendes machen:
navigiert zu HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Servic es\Tcpip\Parameters\Interfaces Darunter findet ihr mehrere Unterordner. Klickt nacheinander alle an und schaut in welchem die IP-Adresse eures Clients steht. Habt ihr den richtigen Unterordner gefunden, müsst ihr nur noch einen neuen Schlüssel (Wert) anlegen. Bearbeiten/Neu/DWORD-Wert. Diesen nennt Ihr MTU. Danach doppelt klicken, dezimal anklicken und den vorher mit Ping festgestellten optimalen wert eingeben (bei mir war es 1452).
Danach neu starten und nun sollte alles funktionieren! Testen kann man die Einstellungen hier:
http://www.dslreports.com/tweaks einen sehr schönen Film zu diesem Thema gibt es hier:
http://www.warriorsofthe.net/movie.htmlSO WIRD'S GEMACHT: Ändern der MTU-Größe für PPPoE in Windows XP, Vista, Windows 7
Gehen Sie hierzu folgendermaßen vor:
1. Klicken Sie auf Start, klicken Sie auf Ausführen, geben Sie den Befehl regedit ein, und klicken Sie auf OK.
2. Klicken Sie auf den folgenden Registrierungsschlüssel:
HKEY_LOCAL_MACHINE\System\CurrentControlSet\Services\Ndiswan\Parameters
3. Zeigen Sie im Menü Bearbeiten auf Neu, und klicken Sie auf Schlüssel.
4. Geben Sie Protocols ein, und drücken Sie die [EINGABETASTE].
5. Zeigen Sie im Menü Bearbeiten auf Neu, und klicken Sie auf Schlüssel.
6. Geben Sie 0 ein, und drücken Sie die [EINGABETASTE].
7. Zeigen Sie im Menü Bearbeiten auf Neu, und klicken Sie auf DWORD-Wert.
8. Geben Sie ProtocolType ein, und drücken Sie die [EINGABETASTE].
9. Klicken Sie im Menü Bearbeiten auf Ändern.
10. Geben Sie 800 ein, und klicken Sie auf OK.
11. Zeigen Sie im Menü Bearbeiten auf Neu, und klicken Sie auf DWORD-Wert.
12. Geben Sie PPPProtocolType ein, und drücken Sie die [EINGABETASTE].
13. Klicken Sie im Menü Bearbeiten auf Ändern.
14. Geben Sie 21 ein, und klicken Sie auf OK.
15. Zeigen Sie im Menü Bearbeiten auf Neu, und klicken Sie auf DWORD-Wert.
16. Geben Sie ProtocolMTU ein, und drücken Sie die [EINGABETASTE].
17. Klicken Sie im Menü Bearbeiten auf Ändern.
18. Geben Sie die entsprechende MTU-Größe (Dezimalwert) ein, und klicken Sie auf OK.
19. Beenden Sie den Registrierungseditor.
Hinweise
* Wenn die MTU-Größe auf 1460 (Dezimalwert) gesetzt wurde, kann der maximale NUM-Wert in der folgenden Befehlszeile 1432 betragen:
ping IP-Adresse -f -l NUM
* Sie müssen den Computer möglicherweise neu starten, damit diese Änderung wirksam wird.
PS : Warum setzt sich ein Einarmiger im theater hinter einen Glatzkopf?.....
Damit er klatschen kann
